Stromerzeugung Kraftwerk Hochwuhr

Aus der Not wurde eine Tugend

Das Kraftwerk Hochwuhr entstand, weil das Einlaufbauwerk und der Kanal zum alten Kraftwerk am Mühletorplatz erneuert werden mussten und liefert seit Oktober 2003 Strom für ca. 4.000 Haushalte.

Die fast hundert Jahre alten Wehranlagen und der sogenannte Oberwasserkanal, der das Illwasser vom Hochwuhr zum alten Kraftwerk Mühletorplatz leitet, mussten erneuert werden. Während dieser Erneuerung der Einlaufbauwerke wäre über neun Monate kein Strom erzeugt worden - ein Verlust von ca. 3.600,- Euro pro Tag.

Die Stadtwerke Feldkirch schrieben deshalb einen Ideenwettbewerb für die Erneuerung des Einlaufbauwerkes am Hochwuhr mit gleichzeitig zusätzlicher Nutzung des Schwallwassers der Ill aus. Auf Basis des Siegerprojektes wurde das Kraftwerk Hochwuhr in den Jahren 2001-2003 realisiert. Weil von Anfang an auf die ökologische Verträglichkeit und städtebauliche Belange geachtet wurde, konnte das Kraftwerksprojekt sowohl die politischen Entscheidungsträger, als auch die behördlichen Sachverständigen überzeugen.

Hochwasserschutz
Die flussbauliche Situation der Ill in Feldkirch verdient aufgrund der Engstellen in der Felsenau und am Kapf bei den Fragen des Hochwasserschutzes besonderde Beachtung. Daher wurden im Zuge der Planung  zum Kraftwerk Hochwuhr zahlreiche Versuche zur Beurteilung der Hochwassersicherheit durchgeführt. Als Ergebnis der Untersuchungen wurden im Bereich südlich des Ganahl-Areals die Ufermauern erhöht und die Ill-Stadtstrecke eingetieft. Die Wehranlage des Kraftwerks Hochwuhr wurde für die Abfuhr einer Wassermenge von 1.520 m³/s ausgelegt.
Die mit dem Projekt umgesetzte Verbesserung des Hochwasserschutzes bewahrte schon zwei Jahre nach Baufertigstellung die Innenstadt von Feldkirch vor großem Schaden.

Fischaufstiegshilfe
Das Hochwuhr war ein vier Meter hohes Querbauwerk zur Stabilisierung der Illsohle. Es verhinderte den Austrag von Sand und Gestein aus der Felsenau, diente damit einer stabilen Grundwassersituation und wirkte gegen ein Hinterspühlen des bestehenden Wassereinzuges für das Kraftwerk am Mühletorplatz.
Für Fische und wirbellose Organismen bildete die Sohlschwelle des Hochwuhrs aber eine unüberwindbare Barriere. Dies hat sich durch die Errichtung einer Fischaufstiegshilfe geändert. Das mit dem Kraftwerk umgesetzte Schlitzpassgerinne bietet die geeigneten Strömungsverhältnisse für die beheimateten Forellenarten sowie auch für schwimmstarke karpfenartige Fische wie Döbel, Nase oder Barbe. Eine automatische Zählung gibt Aufschluss über die Wanderung der Fische und dokumentiert die Entwicklung.

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